Eschweiler Talbahnhof

Die Kleinkunstbühne gehört zu den ersten Kulturadressen in der Region.

[01.10.2008] Von kubanischen Rhythmen bis zum Count-Basie-Sound

Big Band der Sparkasse Aachen bietet vielseitiges Repertoire im Talbahnhof

AZ / AN Eschweiler 01.10.2008

Eschweiler. Geld und Musik, "Kommerz und Kunst" - unversöhnliche Gegensatzpaare? Für die Sparkasse Aachen jedenfalls gelten sie nicht. Nicht nur, dass das Geldinstitut einiges an Förder- und Sponsoringgeld für kulturell Aktive in der Region bereitstellt - nein, viele "Sparkassler" musizieren selbst, und das auf einem beachtlich guten Niveau.

Die Besucher des Talbahnhofs in Eschweiler - leider nicht so viele, weil wohl das Aachen September Special als Konkurrenz lockte - konnten sich davon ein schönes Bild machen. Es wurde zwei Stunden lang Big-Band-Musik vom Feinsten gegeben. Keine Stilepoche des Jazz wurde dabei ausgelassen - vom eher geschmeidig-wohltönenden Swing-Sound à la Benny Benny Goodman bis hin zum eher grellen Funk-Jazz.

Los ging es zunächst allerdings mit in Blut und Beine gehendem Salsa. "Floreando" bildete den Auftakt zu einer Reihe kubanischer Titel, ehe es mit "Salsa Nueva" weiterging. Dann "landete" die in homogenem Sound aufspielende Sparkassen-Big-Band den ersten populären, wohl allen Talbahnhof-Besuchern bekannten Evergreen: "Sweet Georgia Brown".

Ein ganzer Programmteil war dann dem Count-Basie-Sound der 50er und 60er Jahre gewidmet - Nostalgie pur verbreitete sich im Kulturzentrum Talbahnhof. "Shiny Stockings" von Frank Foster leitete dann über zu den cooleren Klängen von Funk-Jazz und zum "Hip-Hoppin".

Hätte bis dahin im Talbahnhof noch ein Schuss eleganter Big-Band-Clubatmosphäre gefehlt, so sorgte dafür im folgenden Programmteil Sänger "Mike", seit einigen Konzerten fester Bestandteil der Sparkassen-Big-Band-Konzerte. Mangelte es ihm beim berühmten "Blue Skies" nicht an dahin schmelzendem Charme, so wechselte er bei "Mack the Knife" (Mecky Messer) musikalisch in die rauere Welt der Bert Brechtschen Dreigroschenoper.

Im zweiten Programmteil bediente Sänger Mike, perfekt und unaufdringlich begleitet von der Sparkassen-Big-Band, dann die Hörgewohnheiten des etwas jüngeren Publikums mit Hits von Robbie Williams bis Roger Cicero. Und das Orchester schwelgte nach den coolen Melodien und tollen Rhythmen des ersten Programmteils nach der Pause in schönem eingängigen Swing.

Viel Beifall für ein Konzert, bei dem die Besucher verschiedener Generationen und Musikgeschmäcker auf ihre Kosten kamen.